Konstanz-Festspiele gegen Willstätt

Foto: Peter Pisa

3.Liga Süd
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Die beeindruckende Siegesserie der HSG Konstanz hält auch nach der Spielpause am vergangenen Wochenende: Der in dieser Höhe völlig verdiente 34:21 (18:12)-Erfolg vor knapp 1 1000 Fans gegen den TV Willstätt war schon der neunte in Serie.

Mit nun 22:4 Punkten setzte sich die HSG Konstanz weiter auf Platz eins der 3. Liga Süd fest, da Verfolger Heilbronn einen Punkt gegen Kornwestheim abgab. Mit einem Spiel mehr beträgt der Vorsprung nun vier Punkte.

Spielfreies Wochenende und wieder in den Rhythmus finden: An diesem Abend so gar kein Problem für die HSG Konstanz. Vermeintliche Pflichtaufgabe gegen den Tabellenvorletzten: Schon gar nicht. Stattdessen Spielfreude pur – und zwar über die komplette Spieldauer. Kostprobe gefällig? Tim Jud mit einem tollen Bodenpass auf Fabian Maier-Hasselmann, dann wieder Jud mit dem Zuspiel über den Boden zu Fabian Wiederstein an den Kreis – sehenswert an drei Gegenspielern vorbei punktgenau in die Hand des Kraftpakets. Paul Kaletsch legte nach mit einem Pass hinter dem Rücken zu Samuel Wendel, der zum 6:3. So sieht Spaß und Freude an Handball aus. Aber damit nicht genug, fast jeder Treffer war zum Zunge schnalzen. Wie jener, als Fabian Maier-Hasselmann (siehe Foto), wieder nach einem herrlichen Bodenpass von Jud, den lässigen Dreher auspackte oder und, jetzt wird es richtig spektakulär, erneut der ehemalige Schweizer Jugend- und Juniorennationalspieler nach einem Fehlwurf des TV Willstätt mit einem Bodenpass den Weg vom eigenen Strafraum über das ganze Spielfeld zu Samuel Wendel fand, der steckte noch einmal schön quer auf Fabian Wiederstein. 8:4 nach etwas mehr als 13 Minuten. Mitunter wurden die Gäste aus der Ortenau schwindelig gespielt und der Ex-Konstanzer Gunter Zölle im TVW-Tor war stinksauer. Sein Trainer Rudi Fritsch versuchte es mit einer Auszeit. Doch kurz danach ging ein weiteres Raunen durch die stimmungsvolle Schänzle-Hölle, als Tim Jud mit einem fantastischen No-look-Pass von mittlerer Position aus neun Metern Linksaußen Samuel Wendel fand (9:5).

All das sind Szenen aus der ersten Viertelstunde, die exemplarisch für eine spielerisch sehr hochstehende Vorstellung der HSG Konstanz stehen. „Wir haben alles durchgebracht, was wir uns vorgenommen haben“, lobte HSG-Cheftrainer Daniel Eblen. Grundstein dafür war wieder einmal eine sehr aggressive, sehr kompakte 6:0-Abwehrreihe, in der Felix Krüger den verletzungsbedingen Ausfall von Kapitän Tom Wolf hervorragend kompensierte. So kam denn auch Keeper Simon Tölke von Beginn an gut in das Spiel und Willstätt hatte große Probleme, sich klare Torchancen zu erarbeiten. „Wir haben“, so Eblen, „dadurch den Rückraum nicht zum Zuge kommen lassen. Außerdem haben wir es geschafft, dem Spiel unser Tempo aufzudrücken.“ Und das war enorm. Höchst variabel zeigte sich die HSG, von jeder Position extrem torhungrig und -gefährlich.

Willstätt konnte dem, trotz einiger schöner Treffer der eingelaufenen Außen aus dem Rückraum, nicht standhalten. Direkt nach der Pause kamen die Gastgeber, trotz mehrfacher Umstellung des Spielsystems bei Willstätt in der Abwehr oder Offensive mit zwei Kreisläufern, schnell zum 20:12. Als dann Fabian Wiederstein mit Anbruch der letzten Vierstunde erstmals die Zehn-Tore-Führung markierte, hatte Daniel Eblen ausreichend Zeit, die schon zuvor immer wieder mit einiger Spielzeit bedachte ganz junge Garde einzusetzen. Die knüpfte nahtlos an die bemerkenswerte Spielfreude der ersten Reihe an und konnte sich allesamt in die Torschützenliste eintragen, sodass jeder Feldspieler der HSG an diesem Tag auf mindestens einen Treffer kam. Auch hier war die Abwehr mit einem sehr gut aufgelegten Maximilian Wolf im Tor Ausgangspunkt für Samuel Löfflers Geniestreiche, fünf Tore des 19-jährigen Kreisläufers Michel Stotz und eine gute Leistung von Joschua Braun – sowie den krönenden Abschluss von Jerome Portmann von Rechtsaußen zum 34:21-Endstand. „Der Ball lief sehr flüssig, wir haben ihn mit schönen Pässen gut laufen lassen“, meinte Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz und fügte an: „Das war über 60 Minuten eine sehr konzentrierte Leistung. Am Ende war es toll, dass wir auch den Jungen viel Spielzeit geben konnten, die sie super genutzt haben.“

Mit dem in den letzten Wochen hart erarbeiteten Selbstvertrauen gelang dann sogar das eine oder andere zirkusreife Kunststück. Während auf der Tribüne, die bereits vier Minuten vor Schluss stand, HSG-Sprechhöre durch die Halle schallten, „Oh wie ist das schön“- und „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Gesänge angestimmt wurden, sahen die beiden Verantwortlichen der Konstanzer die Sache eher nüchtern. Eblen: „Man hat gespürt, dass nach dem freien Wochenende der Spaß am Wettkampf im Vordergrund stand. Die Jungs waren hochkonzentriert und hatten richtig Lust darauf zu spielen.“ Ob das Ganze dann spektakulär sei oder nicht, sei für den HSG-Coach nicht so wichtig. „Wenige Fehler, nur 21 Gegentore – ein Spitzenwert – und dass wir das Tempo hoch gehalten haben“, so der 44-Jährige weiter, „sind für mich viel wichtiger. Heute war wirklich jeder gut.“ Und Melchert ergänzte, mit Blick darauf, dass von Woche zu Woche die Rädchen immer besser ineinander greifen: „Es kommen nun die Automatismen rein, dazu das erarbeitete Selbstvertrauen. Dann gelingen auch solche Pässe wie heute.“ Wie nochmals Paul Kaletsch hinter dem Rücken auf Fabian Schlaich, der mit einem gefühlvollen Heber vollstreckte.

Nach den HSG-Festspielen gegen den TV Willstätt, hat die HSG zwei Auswärtsspiele in Folge vor der Brust. Am Samstag reist der Drittliga-Spitzenreiter mit Unterstützung eines großen, bereits ausgebuchten Fanbusses nach Neuhausen/Filder.

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz (5), Fabian Schlaich (1), Jerome Portmann (1), Fabian Wiederstein (6), Paul Kaletsch (5/2), Felix Krüger (2), Fabian Maier-Hasselmann (4), Joschua Braun (2), Tim Jud (1), Tim Keupp (2), Samuel Wendel (2), Samuel Löffler (3).

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TSV Altenholz - HSG Ostsee N/G 0 : 0
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Letzte Aktualisierung: 18.12.2018 19:22:48
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