Löwen wollen in Spanien EHF-Cup-Gesicht zeigen

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Das dritte Liga-Spiel des Jahres, das zweite in der SAP Arena – und wieder ohne Sieg für die Rhein-Neckar Löwen. Den Neustart in die Handball-Saison 2019/20 haben sich alle, die es mit den Löwen halten, anders vorgestellt.

„Weil wir meilenweit hinter unseren Ansprüchen, hinter unserem Können sind“, sagte Löwen-Spielmacher und -Kapitän Andy Schmid auf die Frage, warum es in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga so gar nicht läuft für ihn und seine Kameraden.

Um offene und ehrliche Worte ist der Schweizer selten verlegen – vor allem, wenn es um die sportliche Leistung geht. Oder das, was sich die Löwen eigentlich darunter vorstellen. Die unschöne Regelmäßigkeit, in der die Spieler des zweifachen deutschen Handball-Meisters ihr Potenzial nicht ausschöpfen, ist beängstigend – und bringt auch die letzten verbliebenen Saisonziele in Gefahr.

Platz 2 in der Liga ist nach dem 16. Punktverlust im 24. Spiel 6 Punkte entfernt. Nach dem Pokal-Aus und dem gescheiterten Vorhaben, ein Wörtchen um die Meister-schaft mitzusprechen, ist damit auch das Rennen um die Champions-League-Qualifikation so gut wie verloren. Bleibt der EHF Cup, in dem die Löwen nach zwei Siegen zum Vorrunden-Auftakt am Sonntag den dritten Erfolg anpeilen. Zu Gast sind sie dann bei Liberbank Cuenca (12 Uhr/live auf DAZN).

Bis dahin gilt es, die gefühlte Niederlage von Donnerstagabend zu verdauen. Wobei es damit schwer werden dürfte. „Ich weiß nicht, wo die Gründe liegen. Die sind vielschichtig“, sagte ein sichtlich mitgenommener Andy Schmid nach dem 29:29 und ergänzte, dass man es sich auch leichtmachen und die einfachen Gründe suchen könnte, indem man Einzelpersonen die Schuld gebe für die Misere. Aber das wolle er auf keinen Fall: „Ich kann es nicht beantworten – und das raubt mir den Schlaf.“

Bereits am Sonntag können es die Löwen besser machen. Aber aufgepasst: Liberbank Cuenca hat sich bisher als positive Überraschung in Gruppe B des EHF Cups entpuppt und dem Heimsieg gegen Holstebro ein Remis in Nimes folgen lassen. Die Spanier spielen einen schnellen Handball, setzen – gemäß der spanischen Schule – auf eine offensive Abwehr, die auf Ballgewinne aus ist, und arbeitet im Positionsangriff in erster Linie mit Durchbrüchen und Kreisanspielen.

Im jüngsten Liga-Spiel gegen Logroño ging diese Taktik nur zum Teil auf. Am Ende stand es 28:31 aus Sicht des aktuell Tabellenfünften der Liga ASOBAL, bei dem Linksaußen Sergio López sowie die Halblinken Leonardo Dutra und Thiago Alves zu den Leistungsträgern gehören. Fest steht: Nur wenn die Löwen am Sonntag ihr „EHF-Cup-Gesicht“ zeigen und insbesondere an die Vorstellung von Holstebro anknüpfen, wird in der schmucken Kleinstadt im Herzen Spaniens etwas zu holen sein.

Der Löwen-Kader wird im Vergleich zum Lemgo-Spiel wieder etwas verändert. Torwart Niklas Gierse bleibt genauso in Deutschland wie Ymir Örn Gislason, der im EHF Cup nicht einsatzberechtigt ist. Romain Lagarde kehrt nach überstandener Verletzung wieder zurück und verstärkt den Löwen-Rückraum.