Meister gewinnt in Lübeck

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Das „Endspiel“ um den Einzug ins Achtelfinale war am Ende eine klare Angelegenheit. Die SG-Flensburg-Handewitt gewann verdient 30:14 gegen
den gastgebenden VfL Lübeck-Schwartau, der allerdings alles andere als enttäuscht hat.

Wie ernst Gäste-Trainer Maik Machulla das Spiel nahm, war an der Start-Sieben gut zu erkennen: Bis auf Simon Jeppsson stand alles von Rang und
Namen auf der Platte – ein Zeichen von Respekt vor dem VfL. Diesen hatten die Schwartauer auch 20 Minuten lang gerechtfertigt. So lange konnte die
Mannschaft von Piotr Przybecki das Spiel offen gestalten, lag lediglich mit zwei Toren hinten (8:10, 19.). Der Schwartauer Coach überraschte mit einer
4:2-Deckung, die den Flensburger Rückraum vor unerwartete Aufgaben stellen sollte. Das gelang gerade in der Anfangsphase auch sehr gut. Dann
aber setzte sich die Routine, die Klasse und die körperliche Präsenz der Flensburger durch und der Meister zog Tor um Tor davon. Bis zur Halbzeit
betrug der Vorsprung bereits neun Tore (8:17).

Przybecki zum Auftritt seiner Mannschaft: „Das war ein ganz anderes Spiel als noch gestern gegen Gummersbach. Wir waren ausgepowert, einige
meiner Spieler hatten ja auch schon volle 60 Minuten in den Beinen. Trotzdem habe ich viele gute Dinge gesehen. Manchmal waren wir noch etwas überhastet, aber das werden wir noch abstellen. Und immerhin ging es gegen den Deutschen Meister. Ich bin mit dem gesamten Wochenende
sehr zufrieden.“
Das waren auch die 1.625 Zuschauer, die dem Ganzen einen würdigen Rahmen bereiteten und eine Stimmung erzeugten, als wäre die Hansehölle
ausverkauft. Respekt! Davon beflügelt zeigte sich insbesondere Dadi Runarsson, der mit vier Treffern erfolgreichster Werfer des VfLs war. Am Ende waren er und seine Nebenleute aber machtlos gegen eine Flensburger Deckung, die ab der 46. Minute vollends Beton angerührt hatte und kein Tor
mehr zuließ. Das war eine klare Botschaft, nicht nur an den VfL, sondern auch an die gesamte Erstliga-Konkurrenz. Mit dieser starken Abwehrleistung, in Kombination mit einem guten Benjamin Buric zwischen den Pfosten und einem für jeden Gegner frustrierenden Gegenstoßspiel zogen die Flensburger kontinuierlich und uneinholbar davon. Das Endergebnis von 14:30 aber trübte die Stimmung im VfL-Lager nicht. Noch einmal der Trainer: „Wir haben gestern ein schweres Spiel gewonnen. Ich hätte heute gerne einigen meiner Akteure eine etwas größere Pause gegönnt, aber die personelle Situation ließ das nicht zu. Ich freue mich allerdings sehr, dass Nikola Potic sein Pflichtspieldebüt geben konnte. Er braucht noch etwas, aber er wird uns sicherlich bald weiterhelfen und uns variabler machen.“ Harzlich willkommen beim VfL, NIKOLA POTIC!

So waren auch die Stimmen nach dem Spiel voll des Lobes für dieses sportliche Wochenende, das der krönende Abschluss einer fordernden Vorberei-tung war. Boy Meesenburg, Chef von Jacob Cement Baustoffe, dessen Unternehmen beide Finalteilnehmer unterstützt, lobte die Entwicklung des VfL: „Klar bin ich als Flensburger in erster Linie Fan der SG. Aber mein zweites Herz schlägt für den VfL Lübeck-Schwartau. Ich habe gerade an diesem Wochenende wieder gespürt, dass die Mannschaft eigentlich bis auf die Tribüne reicht. Ich erlebe hier immer wieder eine starke Gemeinschaft, von den Ordnern bis zu den Gesellschaftern. Hier ist etwas entstanden! Ich bin davon überzeugt, dass der VfL vor einer erfolgreichen Saison steht, auch wenn es Rückschläge geben wird. Aber gerade aufgrund des guten Zusammenhalts wird man hier auch schwierige Situationen meistern. Und wir werden dabei unterstützen.“ Und ein großes sportliches Lob sprach er auch noch aus: „Maik Machulla hat das Spiel sehr ernst genommen und seine beste Mannschaft aufgeboten. Er hat eine hohe Meinung vom VfL und das habt Ihr Euch verdient.“

Fazit: Die Saison kann beginnen. Der VfL ist gut gerüstet und wird nach der Rückkehr der Verletzen Jan Schult und Thees Glabisch, sowie des Rekon-valeszenten Pawel Genda noch einmal an Qualität gewinnen. Nikola Potic braucht ebenfalls noch etwas Zeit, um zu alter Klasse zurückzufinden.

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