THW kassiert in Brest Niederlage

Foto: Lächler

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Der THW Kiel hat im siebten Spiel innerhalb von 21 Tagen die erste Niederlage im Kalenderjahr 2020 kassiert: 45 Stunden nach dem Bundesliga-Auswärtssieg in Balingen verloren die Zebras beim HC Meshkov Brest nach großem Kampf mit 30:33 (13:16).

Auf die Tabelle in der Vorrunden-Gruppe B hatte dies allerdings keinen entscheidenden Einfluss: Während der THW Kiel schon vor der Begegnung als Gruppensieger feststand, hatte Brest noch vor dem Anpfiff durch den Erfolg von Porto gegen den HC Vardar jegliche Achtelfinal-Chancen eingebüßt. Überragende Akteure der vom ehemaligen Zebra Raul Alonso trainierten Gastgeber waren Torhüter Ivan Matskevich, der 22 Würfe parierte, und Rechtsaußen Mikita Vailupau, der elfmal traf. Bei den Schwarz-Weißen hielt Dario Quenstedt 14 Bälle, erfolgreichster Torschütze war Lukas Nilsson (8).

Die Kieler kamen trotz eines vergebenen Siebenmeters gut in die Partie. Nach feinem Pass von Lukas Nilsson erzielte Patrick Wiencek beim 4:3 die erste THW-Führung, die auch in Unterzahl Bestand hatte: Nilsson jagte den Ball aus zehn Metern zum 6:5 in die Maschen. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt ließen die Zebras einiges an Möglichkeiten liegen, kreierten aber weiterhin gute Chancen. Allerdings: Nach Nilssons Hammer zum 7:6 (12.) und einer Doppelparade des guten Dario Quenstedt verpassten es die Kieler gleich zweimal, nachzulegen. Die Folge: Mit dem überragenden Vailupau, der allein vor dem Wechseln neunmal traf, glich Brest aus und nutzte dabei jeden schwarz-weißen Fehler eiskalt.

Da zudem auch Matskevich im Brester Tor einen guten Tag erwischt hatte, zogen die Gastgeber auf 9:7 davon. Filip Jicha reagierte sofort, brachte vier neue Kräfte und stellte in der Defensive auf die 3-2-1-Abwehr um. Postwendend gelang den Kielern durch einen Nilsson-Doppelschlag der erneute Ausgleich. Dann aber übernahmen die Gastgeber endgültig das Kommando, profitierten dabei von einer weiterhin hohen Fehlerquote der Kieler im Abschluss: Mit seinen Treffern sieben, acht und neun ließ Vailupau den eh schon ohrenbetäubenden Lärm in der Victoria Sports Hall in schmerzhafte Dezibelhöhen emporschnellen: Beim 14:11 war Meshkov Brest erstmals mit drei Treffern vorn, ein Vorsprung, der auch zur Pause (16:13) noch Bestand hatte.

Aus der Pause kamen die Kieler wie die sprichwörtliche Feuerwehr: Schon sieben Minuten vor Wiederanpfiff waren sie wieder auf der Platte, ein Indiz für eine knackige Ansprache in der Kabine. Die wirkte: Auf beweglichen Beinen zwang die THW-Abwehr Brest zu Fehlern, außerdem verriegelte Quenstedt den Kasten. Mit einem 5:0-Lauf, den Ekberg mit einem Doppel-Gegenstoß innerhalb von zwölf Sekunden abschloss, gingen die Zebras mit 18:16 in Führung, ehe nach mehr als sechs Minuten im zweiten Durchgang Yurynok erstmals die Zebra-Defensive bezwingen konnte. Nach traumhaftem Pass von Duvnjak erzielte Reinkind per Rückraum-Kempa das 19:17 - das schönste Tor des Tages.

Doch es blieb dabei: Brest bestrafte jeden Kieler Fehler konsequent, mit seinem zehnten Treffer erzielte Vailupau nach einem geblockten Duvnjak-Wurf den neuerlichen Ausgleich. Jetzt war es ein offenes Rennen, in dem zumeist Nilsson vorlegte, Brest aber stets dranblieb. Nach dem 22:21 (43.) neigte sich die Waagschale dann zugunsten der Gastgeber. Und daran war Matskevich maßgeblich beteiligt: Der Brester Torhüter wurde zur Wand, hielt Schlagwürfe, Rückraumkracher und freie Würfe von Außen. Die Folge: Mit viel Tempo zogen die Gastgeber mit einem 4:0-Lauf auf 25:22 und kurz darauf mit einem weiteren 4:0 bis auf 30:24 davon (52.). Die Zebras zeigten Moral, kamen in einer wilden Schlussphase, in der sowohl Quenstedt als auch Matsevich sich mehrfach auch bei Kontern auszeichnen konnten, noch einmal heran: Landin, Weinhold, Landin - beim 27:30 waren die Schwarz-Weißen vier Minuten vor dem Ende zumindest wieder in Reichweite. Dass sie die erste Niederlage 2020 aber nicht verhindern konnte, lag an Matskevich: Er verhinderte mit seiner 22. Parade den erneuten Kieler Anschluss, auf der Gegenseite machte Malus beim 33:28 alles klar. Am Ende feierte Brest den ersten Sieg gegen den THW Kiel, während sich die Zebras über ihre vielen liegengelassenen Chancen ärgerten.

Nach der Begegnung mussten sich die Zebras sputen: Direkt von der Victoria Sports Hall brachte sie ein Bus der Gastgeber zum kleinen Regionalflughafen der weißrussischen Stadt. Dort wartete bereits die Chartermaschine von "Private Wings", um den THW Kiel nach einer langen und mit zwei Partien innerhalb von 45 Stunden auch extrem kraftraubenden Auswärtstour wieder nach Kiel zu bringen. Dort können die Schwarz-Weißen nach dem vollgepackten Programm der vergangenen Wochen endlich einmal ein wenig durchschnaufen: Erst am Freitag kommender Woche gehen sie wieder auf Tour. Das Ziel ist dann das polnische Kielce, wo der ehemalige THW-Torhüter Andreas Wolff mit PGE Vive Kielce die Zebras zum letzten Vorrunden-Spiel in der VELUX EHF Champions League erwartet. Das Topspiel der Gruppe B wird Samstag um 18 Uhr angepfiffen, Weiter geht's in Kielce, Kiel!

VELUX EHF Champions League, 13. Spieltag, 22.02.2020: HC Meshkov Brest - THW Kiel: 33:30 (16:13)

HC Meshkov Brest: Pesic (n.e.), Matskevich (1.-60., 22/1 Paraden); Kankaras (3), Panic (6), Shkurinskiy (3), Yurynok (5), Obradovic, Accambray, Shumak, Baranau, Razgor, Obranovic, Selvasiuk (1), Djukic, Vailupau (11/2), Malus (4); Trainer: Alonso

THW Kiel: N. Landin (n.e.), Quenstedt (1.-60., 14 Paraden); Duvnjak (2), Reinkind (4), M. Landin (4), Weinhold (4), Wiencek (1), Ekberg (4/2), Rahmel (1), Dahmke (1), Zarabec, Horak, Pekeler (1), Nilsson (8); Trainer: Jicha

Schiedsrichter: Karim Gasmi / Raouf Gasmi (FRA)
Strafzeiten: Brest: 1 (Obranovic (5.)) / THW: 1 (Reinkind (10.))
Siebenmeter: Brest: 2/2 / THW: 3/2 (Matskevich hält Ekberg (4.))
Spielfilm: 1:0, 2:1 (3.), 2:3 (6.), 5:6 (11.), 6:7, 9:7 (15.), 9:9 (17.), 11:9 (18.), 12:11, 14:11 (25.), 16:13 (28.); 16:18 (35.), 17:19, 19:19 (39.), 21:22, 25:22 (46.), 26:24 (49.), 30:24 (52.), 30:27 (56.)., 33:28 (59.), 33:30.
Zuschauer: 3.300 (Victoria Sports Hall, Brest (BLR))


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